
Xátiva, die Stadt der tausend Brunnen.
Mehrere Zivilisationen haben in dieser Stadt ihre Spuren hinterlassen, Spuren, die sich in Kultur, Baudenkmälern und einigen der blutrünstigsten Kapitel der Geschichte Xativas durchaus widerspiegeln.
In den Straßen, die maurischen architektonischen Mustern folgen, verbergen sich Kirchen, Klöster und Paläste, die Geschichten von Belagerungen und Aufständen so wie auch Legenden und Bräuche dieser Stadt erzählen. All dies werden wir heute auf dieser aufregenden Route entdecken.
Seit der Neandertalmensch in den nahe gelegenen Naturräumen der Cova Negra hauste, haben sämtliche Zivilisationen, die die iberische Halbinsel besetzt haben, hier in Xativa ihren Wohnort bezogen.
Zu Zeiten der iberischen Saitabi (Saitábi) prägte man bereits Ende des 3. Jhs vor Christus Münzen und die aus der Stadt stammenden Reiter erlangten großen Ruhm in den Schlachtzügen des Karthagers Hanníbal. Es folgte die römische Saetabis (Saetábis), ein Bezirk unter lateinischem Recht, der seine Berühmtheit der Qualität seiner Leinenproduktion verdankte und somit zu einem wichtigen Anlaufpunkt auf der Vía Augusta wurde.
Unter westgotischer Herrschaft wurde die Stadt zum Bistum erklärt, dessen Bischöfe an den Konzilen von Toledo teilnahmen. Diesem setzten die Mauren ein Ende, als sie Medina Xateba (Medína Xatéva) in ein blühendes Kulturzentrum verwandelten, das zur Wiege der Papierherstellung in Europa und zum Zuhause zahlreicher Dichter und Gelehrten wurde.
Im Jahre 1244 erobert König Jakob der 1. die Stadt für das Christentum zurück. Es folgt der Ausbau des Schlosses, das prompt zum Staatsgefängnis wird. 1346 erhält Xativa offiziell den Titel einer Stadt und wird somit zur zweit wichtigsten Stadt des Königreichs von Valencia.
Wichtige Edelfamilien sollten hier ihren Wohnsitz beziehen und der Stadt durch den Bau von Palästen zu größerem Ruhm verhelfen. Dem setzte allerdings die Rache von Philipp dem 5. ein Ende, der die Stadt zum Opfer fallen sollte. Xativa hatte sich nämlich im Erbfolgekrieg auf die Seite Erzherzog Karls gestellt und somit den Zorn des Königs auf sich gelenkt, der die Stadt daraufhin zerstören und verbrennen ließ. Ein neuer Name sollte sie auf immer und ewig ins Vergessen verbannen.
Ende des 18. und Anfang des 19. Jhs erringt Xativa jedoch jene verlorene Wichtigkeit und ebenso sein Prestige zurück. Auch ringt man erneut um die Wiederherstellung des Bistums, was allerdings nie eintreten sollte – trotz des Prunks der stolzen Basilika und der Tatsache, dass die Stadt Geburtsort zweier Päpste war, die in die Geschichte eingehen sollten.
In der Gegenwart ist Xátiva eine Stadt mit knapp 28.000 ( 30.000) Einwohnern, außerdem Bezirkshauptstadt und wichtiges Dienstleitungszentrum, das sich durch einen regen Wirtschaftshandel auszeichnet.
Es handelt sich dabei um eine Stadt, die überrascht, die stolz ihre mit bekannten Persönlichkeiten verschiedener Epochen übersäte Vergangenheit zur Schau stellt. Heilige, Bischöfe, Kardinäle, Päpste aus der Familie der Borja, Kalixt III und Alexander VI, Künstler wie José Ribera “El Españoleto” und Gelehrte und Literaten wie die Geschwister Villanueva, Entdecker und Erfinder wie Francisco de Paula Martí (Martí), Erfinder der Kurzschrift und des Füllfederhalters sind nur einige der zu erwähnenden Persönlichkeiten der Stadt.
In den Straßen der Stadt liegen tausende von Geschichten und Legenden, einige tragischen Endes, verborgen und das Schloss wacht über diese verzauberte Stadt, als ob es schützend seine Hand über sie halte. Lassen sie sich also durch die Geschichte und die Vergangenheit dieses Ortes überraschen.
Willkommen in Xátiva, der Stadt der tausend Brunnen und der Päpste der Familie Borja, der Stadt, die der Zorn eines Königs in Brand setzte.
Wir laden Sie herzlich dazu ein, diesen wunderbaren und einmaligen Ort zu entdecken.
Audioguías 2009 | Audioguiasonline.com se publica bajo licencia Creative Commons